Eigentlich ist die Gicht eine Stoffwechselerkrankung, da die Ursache einer Gicht eine Störung des Harnsäurewechsels ist, in deren Folge es zu einem starken Anstieg der Harnsäurekonzentration im Organismus kommt. Harnsäurekristalle werden hauptsächlich in Gelenkknorpel, Gelenkkapseln, Sehnenansätzen und Schleimbeuteln abgelagert. Männer erkranken viel häufiger an Gicht als Frauen. Sie tritt meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Je höher der Harnsäurespiegel im Blut, desto größer die Gefahr, dass sich eine Gicht entwickelt.
Die Ursache ist meist eine erbliche Veranlagung besser gesagt ein Defekt in den Genen. Diese Gendefekte führen in vielen Fällen dazu, dass Betroffene zu wenig Harnsäure ausscheiden. Aber auch eine gestörte Nierenfunktion oder Krankheiten, bei denen vermehrt Zellen zerfallen können eine Gicht auslösen.
In seltenen Fällen kann eine Gicht sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Dazu kommt es normalerweise nur, wenn die Gicht erst spät diagnostiziert oder unzureichend
Ärzte unterscheiden zwei Formen der Gicht:
• Die primäre Gicht wird dadurch verursacht, dass der Körper mehr Harnsäure bildet als er ausscheidet. Als Folge sammelt sich Harnsäure im Körper.
• Die sekundäre Gicht entsteht infolge anderer Erkrankungen, bei denen viele körpereigene Zellen absterben und dadurch die Harnsäureproduktion steigt.
Die erste Krankheitsphase der Gicht verläuft ohne Symptome. Sie kann Jahre andauern. Während dieser Zeit steigt erst einmal der Harnsäurespiegel im Blut an. Erst wenn die Harnsäurekonzentration ein überempfindliches Ausmaß erreicht, kommt es zu einem akuten Gichtanfall.
Der akute Gichtanfall betrifft das Grundgelenk der Großzehen. Das Gelenk entzündet sich, verfärbt sich rot und schwillt an. Jede Berührung ist außerordentlich schmerzhaft. Die Betroffenen können nur noch auf der Ferse. In 90 Prozent der Fälle lässt sich eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut nachweisen. Dieser Gichtanfall tritt in den meisten Fällen völlig überraschend bei vermeintlich gesunden Menschen auf.
Die chronische Gicht ist sehr selten und tritt eigentlich nur auf, wenn die Erkrankung viel zu spät festgestellt oder unzureichend behandelt wurde.
Typische Symptome sind fortwährend auftretende Schmerzen.
An den Ansätzen der Sehnen in der Nähe eines Gelenks können sich Gichtknoten bilden. Gichtknoten sind schmerzlose, harte Knötchen von ungefähr einem Zentimeter Größe, die unmittelbar unter der Haut liegen. Brechen diese auf, entleert sich eine weiße Masse, die vorwiegend aus Harnsäure besteht.
Bleibt der Harnsäurespiegel im Blut sehr lange auf einem hohen Niveau, können sich Harnsäurekristalle auch in Organen ablagern. Dies kann zu schweren Komplikationen führen, z. B. einem Nierenversagen.
In der Regel hat die Gicht einen komplikationslosen Verlauf ohne Komplikationen, wenn der Harnsäurespiegel frühzeitig gesenkt und stabilisiert wird.
Bleibt eine Behandlung aus, kann sich die Gicht nach einem akuten Gichtanfall über eine beschwerdefreie Zwischenphase zu einer dauerhaften Erkrankung entwickeln.