Benzodiazepine gehören zu den in Deutschland am häufigsten eingesetzten Beruhigungsmitteln. Sie dürfen nur nach ärztlicher Verordnung und nur kurzfristig eingenommen werden.
Aufgrund ihrer angst lösenden und beruhigenden Wirkung werden sie zur Behandlung von Angst, z.B. bei psychotischen Spannungszuständen oder Depressionen, eingesetzt. Zu den Benzodiazepinen, die bei diesen Anwendungsgebieten verordnet werden, gehören z.B. Lorazepam, Bromazepam, Diazepam.
Die Wirkung der Benzodiazepine tritt relativ schnell ein, im Schnitt nach 30 Minuten, die Wirkdauer ist bei den einzelnen Wirkstoffen jedoch sehr unterschiedlich.
Sie sind in der Regel gut verträglich, haben aber wie andere Medikamente auch Nebenwirkungen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Müdigkeit, Mattigkeit, Schwindel und Benommenheit. Dadurch kann es zu einer Einschränkung des Reaktionsvermögens und zu Gangunsicherheiten kommen.
Bei Langzeiteinnahme von Benzodiazepinen besteht ein hohes Abhängigkeitsrisiko. Bei plötzlichem Absetzen kommt es nach einigen Tagen zu Entzugssymptomen wie Schlaflosigkeit, Unruhe, Zittern, Angstzuständen und Alpträumen, in schweren Fällen zu zerebralen Krampfanfällen und psychotischen Bildern. Um Entzugssymptome zu vermeiden, sollte die Dosis beim Absetzen schrittweise reduziert werden.
Suchtgefährdete Patienten dürfen ebenfalls keine Benzodiazepine erhalten.
Benzodiazepine sollten keinesfalls eingesetzt werden bei psychischen Problemen, die durch Belastungen im Alltag, bei Problemen mit der Familie oder dem Beruf hervorgerufen wurden.