Krankheitsgebiete
Biene bei der Arbeit

Unter einer Insektengiftallergie versteht man allergische Reaktionen auf Insektengifte. Solche kommen vorwiegend nach Stichen von Bienen, Wespen, seltener auch Hornissen und Hummeln vor. Diese Insekten haben eine spezielle Verteidigungsstrategie entwickelt, bei der nur die Weibchen mit einem Giftstachel eine artspezifische Giftmischung unter die Haut spritzen.
Es gibt auch Ameisenarten die stechen können, beispielsweise die Große Knotenameise. In seltenen Fällen kann auch ein solcher Stich eine allergische Reaktion auslösen.

Bienengift enthält u.a. Phospholipase A, Mellitin und Hyaluronidase; diese drei Substanzen stellen die wichtigsten Allergene bei der Bienengiftallergie dar.
Wespengift besitzt als Hauptallergene die Hyaluronidase, die Phospholipase A sowie die Wespen-spezifische Phospholipase B.
Das Allergenspektrum der Hornissen entspricht weitgehend dem der Wespen.

Während zur Entwicklung einer Sensibilisierung gegenüber Pollen, Tierhaaren oder Hausstaubmilben, eine genetische Bereitschaft vorhanden sein muss, ist diese Vorbedingung zum Erwerb einer Insektengiftallergie nicht notwendig. Der Weg zur Sensibilisierung geht bei Insektengiften unter Umgehung des in der Haut gelegenen Immunsystems.

Da Insektengift-Allergien potentiell lebensbedrohlich verlaufen können, ist es wichtig, dass alle Stichreaktionen, bei denen zu einer maximal handflächengroßen Schwellung noch weitere Reaktionen aufgetreten sind, durch einen Facharzt für Allergologie allergologisch abgeklärt werden.

Klassifikationen

Klassifikation allergischer Insektenstichreaktionen 
Grad 0 - schwere Lokalreaktion: lokale Schwellung größer als eine Handfläche
Grad I - leichte Allgemeinreaktion: generalisierte Nesselsucht, Juckreiz, Übelkeit, Angst.
Grad II - mäßige Allgemeinreaktion: beliebige Symptome aus Grad I und mindestens zwei der folgenden: Schwellungen der Lippen und Augenlider, Engegefühl im Brustkorb, auch mit Atemnot, Bauchbeschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, sowie Schwindel.
Grad III - schwere Allgemeinreaktion: beliebige Symptome aus Grad II und mindestens zwei der folgenden: Schluckbeschwerden, Heiserkeit, verwaschene Sprache, Benommenheit, Schwächegefühl, Todesangst.
Grad IV - Anaphylaxie (Schockreaktion): beliebige Symptome aus Grad III, II und I sowie mindestens zwei der folgenden: Blauverfärbung der Lippen, Blutdruckabfall, Kollaps, unwillkürlicher Stuhl- und Urinabgang, Bewusstlosigkeit.

Allergien
Insektengiftallergie