Krankheitsgebiete
Eine Depression ist eine behandlungsbedürftige und die am häufigsten auftretende psychische Erkrankung.
Man kann sich nicht aus eigener Kraft aus dieser Stimmung befreien. Bei Nichtbehandlung kann sie Monate, sogar Jahre andauern.
Menschen aus allen Kreisen können daran erkranken, Frauen doppelt soviel wie Männer.
Wenn der Erkrankte erkennt, dass er an Depressionen leidet und sich in Behandlung gibt, können Depressionen gut behandelt werden.

Depressionen können ohne äußere Ereignisse auftreten, meist hat man durchgängig eine gedrückte Stimmung.
Eine Depression ist eine niedergedrückte Stimmung, die als Reaktion von unangenehmen Erfahrungen, Enttäuschungen oder Erschütterungen vorkommen kann. Eine solche Laune dauert einige Augenblicke, Stunden oder auch Tage, führt jedoch im Normalfall nicht zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen.
Depressionen kommen in verschiedenen Formen vor, genauso wie bei anderen Krankheiten.

Formen der Depression werden nicht nur nach Schweregrad, sondern auch nach Verlauf und zusätzlichen Faktoren unterschieden.
Eine Depression kann anhand der Anzahl und der Art der Symptome immer danach beurteilt werden, ob sie leicht, mittelgradig oder schwer ist.

Tritt eine Depression einmalig auf, so wird sie als depressive Episode1 bezeichnet.
Eine wiederholt auftretende und wieder völlig abklingende Depression wird rezidivierend genannt.

Es ist aber auch möglich, dass der Betroffene jahrelang an einer immer wieder sich verstärkenden und nie völlig abklingenden Depression leidet.
Dann spricht man von einer dysthymen Störung.
Frauen erkranken circa doppelt so häufig an Depressionen wie Männer, was verschiedenste Ursachen haben kann.

Man nimmt an, dass vor allem hormonelle Störungen die höhere Depressionsrate von Frauen erklären können, da sie starken Hormonschwankungen ausgesetzt sind. Diese können ihre psychische Verfassung beeinflussen, müssen es aber nicht.
Symptome bei Depressionen

Depressive Menschen leiden sehr häufig unter schweren Selbstvorwürfen und unter extremen Minderwertigkeitsgefühlen verbunden mit einer Abkapselung nach außen.
Es treten Gefühle der Leere und Sinnlosigkeit auf. Häufig leiden sie auch an mangelnder Konzentrationsfähigkeit, Interesselosigkeit und Bewegungsmangel.

Eine Depression kann sich sehr vielseitig äußern, es kann sehr viele verschiedene Beschwerden geben.
Hauptsymptome bei Depressionen sind:

Verlust von Interesse und Freude:Es handelt sich hierbei um die stark verminderte oder sogar völlig erloschene Befähigung, sich an wichtigen Dingen des Alltags zu erfreuen oder daran teilzunehmen. Dieses kann sich auf das gesamte soziale Umfeld, Familie, Freunde oder den Beruf erstrecken, aber auch das Interesse an Hobbies, Sport oder sexuellen Aktivitäten betreffen.

Depressive Stimmung:Die depressive Stimmung lässt sich am besten mit innere Leere erklären. Es stellen sich Situationen ein, in denen das Gefühl der Verzweiflung aus heiterem Himmel (aus Sicht eines Außenstehenden grundlos) überwiegen.

Verminderung des Antriebs:Darunter wird die Kraft verstanden, die uns ein zielgerichtetes Verhalten erlaubt, die Tatkraft für unser tägliches Leben. Ist der Antrieb vermindert, stellt sich das Gefühl der Kraftlosigkeit ein. Die Motivation zur Durchführung selbst einfacher Alltagsaktivitäten wie Führen des Haushalts, Kochen oder gar Essen bis hin zur Körperpflege ist abhanden gekommen,  die Antriebslosigkeit wirkt wie eine tonnenschwere Last, die jede Bewegung ausbremst.

Zusatzsymptome

Mangelndes Selbstwertgefühl:Ein depressiv erkrankter Mensch erlebt nicht nur seine Umgebung dunkel und grau, er sieht sich häufig auch selbst durch die negative Brille. Er empfindet sich als wertlos und oft als Belastung für sein Umfeld.

Lebensüberdruss, Selbsttötung (Suizidgefahr):Wenn die quälenden Gedanken der Sinnlosigkeit und der inneren Leere einen immer größer werdenden Raum einnehmen, kann sich das Gefühl ausbreiten. Oft erscheint der eigene Tod als einziger Weg aus dem Tal der dunklen Gefühle. An die Gleichgültigkeit des eigenen Lebens/Seins können sich konkrete Gedanken zur Durchführung einer Selbsttötung anschließen und werden als Erlösung von der Qual angesehen. Von den ersten Gedanken an den Freitod bis zum Selbsttötungsversuch können in Einzelfällen nur wenige Stunden vergehen.

Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit:Einhergehend mit mangelnden Selbstwertgefühlen neigen depressive dazu, sich Fehler und Versäumnisse vorzuwerfen und sich dafür verantwortlich zu fühlen.

Pessimistische Zukunftsperspektive:Entsprechend der negativen Selbstsicht, die der depressive hat, sieht er seine Zukunft als hoffnungs- und aussichtslos. Jeder neue Tag wird als weitere Belastung erlebt, dazu können sich Ängste vor allem und jedem gesellen.

Konzentrationsstörungen:Häufig fällt es schwer, mit den Gedanken bei einer Tätigkeit oder einer Aufgabe zu bleiben.

Schlafstörungen:Zu den häufigsten Symptomen einer Depression gehören Nichtein- oder -durchschlafen können. Morgendliches Früherwachen zwischen 3 und 5 Uhr und vor lauter Gedankenkreisen und Grübeln nicht mehr einschlafen zu können, ist charakteristisch. Nach dem morgendlichen Aufstehen liegt keine erholsame Nacht hinter dem Depressiven, er fühlt sich schlapp, kraftlos und erschöpft. Trotz einer enormen Müdigkeit am Abend, kann sich diese Ein- und Durchschlafstörungen sowie frühmorgendliches Erwachen mit quälenden Grübeleien Nacht für Nacht wiederholen.

Appetitverminderung:Gewichtsverluste treten relativ häufig bei depressiven auf und sind das Resultat aus mangelndem Appetit. Das Essen schmeckt einfach nicht mehr und der Erkrankte muss sich regelrecht zum
Essen zwingen.

Weitere Symptome

Körperliche Symptome:Oft versteckt sich eine Depression hinter einer Vielzahl von körperlichen Symptomen und entsprechend schwierig gestaltet sich die Diagnose. Häufigste Merkmale sind Spannungs- und Druckgefühle oder Schmerzen im Kopf oder der Herzgegend, Nacken- und Rückenschmerzen, Probleme im Magen-Darmtrakt mit Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall, Atemstörungen, Schluckstörungen, Menstruationsprobleme.

Libidoverlust:Ein nachlassendes Interesse an Sexualität und eine Beeinträchtigung der sexuellen Funktionen belasten viele depressive zusätzlich und verstärken ihr mangelndes Selbstwertgefühl. Zu den sexuellen Beeinträchtigungen gehören der Mangel, überhaupt noch Lust zu empfinden, aber auch Erektionsstörungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Unruhe und Getriebenheit:Depressionen können sich nicht nur im Sinne einer "Hemmung" äußern. Im gegenteiligen Fall sind die Patienten von quälender Unruhe getrieben, sind schreckhaft und übererregt. Das Gefühl der inneren Unruhe lässt sich manchen Menschen wie einen Luftballon fühlen, der kurz vorm Platzen steht.

Ursachen einer Depression
Erbliche Veranlagung:Kinder, deren Eltern unter Depressionen litten oder leiden, haben eine große Wahrscheinlichkeit auch später an Depressionen zu erkranken.

Neurobiologische Faktoren:Es ist sicher, das körperliche Ursachen zu einer Depression führen können.

Umweltfaktoren:Sind schmerzliche Erlebnisse, die in der Kindheit passieren können und erst im Erwachsenenalter wieder hervortreten. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Tod einen Angehörigen können zu Depressionen führen.

Sonstige Faktoren:Können beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen sein.
Behandlungsmöglichkeiten

Depressionen können mit Medikamenten oder mit einer Psychotherapie behandelt werden.

Psychotherapie:
Um eine Psychotherapie durchführen zu können, muss der Betroffene Depressive mitarbeiten.
Je nach Schweregrad der Depression muss erst eine medikamentöse Therapie mit Antidepressiva durchgeführt werden. Danach hat der Depressive meist erst die Stabilität, um eine z.B. Gesprächstherapie durchführen zu können.
Eine Psychotherapie kann zwischen 10 und 20 Wochen dauern. Bei dieser werden Probleme besprochen und beraten, wie man diese lösen kann, was man verändern sollte oder man berät, was einem gut tun würde und wie man dies auch umsetzen kann.
Man lernt negatives Denk- und Verhaltensmuster zu ändern.

Medikamentöse Therapie:
Medikamente, welche stimmungsaufhellend oder beruhigend wirken, nennt man Psychopharmaka. Sie wirken auf den Stoffwechsel im zentralen Nervensystem (Gehirn).
In den meisten Fällen einer Depression kommen Antidepressiva zum Einsatz. Diese machen nicht abhängig. Allerdings brauchen diese Medikamente ca. 10 bis 14 Tage bis sich eine Besserung einstellt.
In der Regel nimmt man diese Medikamente ca. 6 bis 9 Monate.
Natürlich können auch Nebenwirkungen auftreten, wie Appettitzunahme oder Mundtrockenheit. Die neuen Antidepressiva sind aber sehr gut Verträglich.

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